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YUAN CHU lästert wieder: Teil 2 - Die Klöpse des Jahres Liebe Slaven und Azubis im Tao,
Apropos Qi-Gong: Wenn ihr das nächste Mal eure sechs heiligen/heilenden
Laute übt (wörtlich: "Liu zi jue" = Trick der sechs Worte, also weder heilend
noch heilig) denkt daran, das es im Huang Ting Jing heißt, das diese Laute ausatmend
gesprochen sedierend/ausleitend und einatmend gesprochen tonisierend/stärkend wirken.
Macht mir also mal alle vor, wie ihr den Nieren-Laut "Tschuii" rückwärts beim
Einatmen aufsagt, aber verschluckt euch nicht!
Schmerz laß nach: Neulich fragte ich den Chefarzt einer renommierten Klinik, nach seinen Erfahrungen mit westlichen Akupuntur-Praktikanten. "Die sind schon in Ordnung" sagte er, "bloß die Patienten haben eine panische Angst von denen gestochen zu werden.Sie beißen aber die Zähne zusammen und sagen nix, um das Gesicht nicht zu verlieren." AHA! Dachte ich gleich: Daher kommt also die Mär von der geringeren
Schmerzempfindlichkeit der Chinesen! Der gelbe Patient als Versuchskaninchen für
Neulinge, die sich im eigenen Lande nicht zu stechen wagen. Zu dumm auch, daß die
chinesischen Nadeln nicht silikonbeschichtet und 0.2-0.3mm dick sind, also 2-4 mal dicker
als das, was der westliche Arzt meist so gewohnt ist. "Die Einstichtechniken sind
meist nicht sehr weit entwickelt, bei unseren westlichen Kollegen, wenn sie aber sehen,
wie wir hier Dreh- und Hebetechniken verwenden, machen sie es gleich nach" erklärte
der Chefarzt weiter. Experimentierfreudinkeit ist ja was schönes, denke ich insgeheim,
solange man merkt ob sich das Unterhautgewebe um die Nadel wickelt oder nicht... (autsch!)
Im Land des Röchelns, (wo die Asthmaquote weit höher ist als in China und jetzt ein paar Schlaumeier auch noch herausfinden wollen, wie gut die Erfolgsquote mit Akupunkur ist. Fragt doch mal die WHO, Jungs, und erforscht lieber ob Akupunktur auch bei professioneller Borniertheit hilft) ist die historische Bedeutung der Akupunkur wahrscheinlich der GAU (größter angenommener Unsinn): Während man dort die Akupunktur für das Gelbe vom Ei der TCM hält, wurde sie in China historisch meist mit der Kunst der Feldschere und Barbiere gleichgestellt, da sie mühelos erlernbar ist und zu den äußerlichen Therapien gehört. Das glaubt mir keiner, was ? Dann laßt Euch mal die klassische Literatur der chinesischen Medizin kreuz und quer übersetzen: Unter den hunderten der klassischen Werke finden sich gerade mal 5 (fünf!) Bücher über Akupunktur, die als relevant eingeordnet wurden und werden. Selbst die großen lexikalischen Kompendien, wie z.B. Sun Si-Miaos "Qian Jin Yi Fang", die alles damals bekannte aus der Medizin, einschließlich wie man sich gesund badet, wohnt und ernährt aufführten, verwiesen die Akupunktur nicht etwa ins erste Kapitel, sondern ins letzte unter "ferner liefen". Alle anderen berühmten Autoren erwähnen die Akupunktur erst gar nicht. Erst nachdem in den 70ern die großen Nasen das große Geld brachten, wurde sie überhaupt als Forschungswürdig angesehen und weiter gefördert. Noch heute zählt sie aber zu den Therapien die mit wenig Aufwand zu lernen sind, so hat man sie neuerdings an den Unis mit der Tui-Na-Massage zusammengeworfen, damit der Lehrplan etwas dicker aussieht. Nicht das ich hier der Nadelstecherei ins Zeug flicken will, sie ist in ihrem eigenen Wirkbereich eine effiziente Therapie (wenn man sie beherrscht), doch soll sich bitte keiner vor einem chinesischen Arzt aufplustern und meinen, bloß weil er ein paar Punkte auswendig kann, er wäre nun donnergescheit. Wenn einer wirklich wissen will, wieviel Wissen und Auswendiglernen von einem TCM-Internisten verlangt wird, soll er sich doch bitte mal das Curriculum der Studenten in China anschauen. Und das müssen die ständig im Kopf haben, nicht nur bis zum nächsten Examen. Wenn deutsche Behörden die fünfjährige Ausbildung eines chinesischen TCM-Arztes nicht anerkennen, weil er "nicht lange genug" studiert hat, so bestätigt das nur deren Unwissenheit, in dem sie Quantität vor Qualität setzen. Aber das ist ja auch besser so: Wenn man nämlich den gleichen Anspruchsmaßstab wie in China anwenden würde, so gäbe es in Deutschland keine drei Therapeuten, die eine solche Prüfung bestehen würden
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